Das letzte Jahrzehnt war durch Niedrig- und Negativzinsen an den Kapitalmärkten geprägt. Für Sparer sanken die Einlagekonditionen immer weiter und haben zu erheblichen Bilanzstrukturverschiebungen bei deutschen Banken und Sparkassen geführt: Die Volumina in täglich fälligen Produkten wie bspw. Giroeinlagen oder Tagesgeld stiegen immer weiter an.
Und dann setzte im Jahr 2022 die globale Zinswende ein - erst an den Kapitalmärkten und jetzt langsam auch für die Passivkonditionen für Privat- und Firmenkunden.
Wie bereiten sich Banken und Sparkassen auf den sich anbahnenden "Wettbewerb um den Sparer" vor? Wie monitoren sie Wettbewerber und wie kalkulieren sie ihre Passivprodukte?
Diesen Fragen gehen wir in in unserer aktuellen Studie nach - Wir, das sind in diesem Semester die Studierenden der TH Köln im Studiengang Banking&Finance und ich, Prof. Dr. Tobias Schlüter.
Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung - Nehmen Sie direkt hier teil und leiten Sie den Link auch gerne weiter:
Variabel verzinsliche Passivprodukte, wie bspw. Gelder auf Giro- oder Geldmarktkonten, sind die wichtigste Refinanzierungsquelle deutscher Banken und -aufgrund ihrer unbestimmten Kapitalbindung- mit Unsicherheit verbunden: Für ihre Kalkulation und Disposition sind Institute auf Bewertungsmodelle angewiesen, deren Ergebnisse weitreichende Implikationen auf die gesamte Banksteuerung haben. Von Erfolgszurechnungen im Vertrieb und Treasury über die Zinsänderungsrisikoposition bis hin zu GuV-Effekten sind eine Vielzahl von Systemen betroffen.
Im Themenfeld Banksteuerung stellen variabel verzinsliche Produkte eines meiner "Steckenpferde" dar:
Bereits in meiner Promotion habe ich Kundenverhalten in dieser Produktklasse analysiert und auch Gutachten für Institute zu Ablauffiktionen und die Wahl zukunftsorientierter Mischungsverhältnisse erstellt. In der Sparkassenfinanzgruppe konnte ich dieses Themenfeld vertiefen: Neben Einführung der Datenanalytik zu Kundenverhalten, Einlagenherkunft und Simulation von Auswirkungen auf Zinsänderungspositionen waren auch die sachgerechte Erfolgsverbuchung für Vertrieb und Treasury Projekte in diesem Bereich.
Gerade die massiven Bilanzstrukturverschiebungen im Zuge der einsetzenden Niedrigzinsphase stellten Institute vor einigen Jahren vor massive Herausforderungen. Im Institut aber auch bei Verbandsprojekten konnte ich mit namhaften Experten die Bewertungsmethodik optimieren und auf die zukunftsorientierte Disposition der Einlagen ausrichten.
Nach Jahren niedriger Zinsen wird das Marktumfeld für diese Produktklasse wieder herausfordernd: Wie reagieren Kunden und Institute bei steigenden Zinsen? Wie sind die Einlagen disponiert? Welche Ablauffiktionen sind gesetzt?
Meine Expertise aus dem Bereich Kalkulation:
Wahl geeigneter Gleitender Durchschnitte entlang historischer Analyse und Zinsanpassungsverhalten der Produkte mit dem Ziel der Margenstabilität.
Analysen für einzelne Institute, Erstattung von Gutachten und Projekte mit Bankverbänden.
Einführung eines neuen Standards in der Sparkassen-Finanzgruppe zur Erfolgsverbuchung und Verrechnung von Konditionsbeiträgen.
Projektmitglied von DSGV Projekten zum variablen Geschäft, Autor von Fachpublikationen und Projektdokumenationen in diesem Bereich.
Szenarioanalyse und Simulationen für Auswirkungen eines geänderten Kundenverhaltens bei steigenden Zinsen.
Ableitung passender Mischungsverhältnisse, Analyse des Produkt-Gesamtportfolios und der Wettbewerbssituation.
Prognose- und Szenariorechnungen zur Verhaltensreagibilität von Kundentypen. Nutzung zur Ableitung von Sockel- und Pufferdisposition.